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Deutsch-Polnisches
Jurastudium


Studieninhalt

flag-poland ©royalty free 4vector.com  Program studiów

Das erwartet Sie!

Lehrveranstaltungen im Rahmen des Deutsch-Polnischen Jurastudiums werden von deutschen und polnischen Hochschullehrer/-innen auf Deutsch und Pol­nisch gehalten.

Die Veranstaltungen zum deutschen Recht finden in deutscher Sprache an der Viadrina statt; die Veranstaltungen zum polnischen Recht in polnischer Sprache am Collegium Polonicum in Słubice, der polnischen Nachbarstadt von Frankfurt (Oder)

Die Sprache als Grundlage!

Sowohl die deutsche als auch die polnische juristische Fachsprache ler­nen Sie während des ganzen Studiums kennen. Um das ju­ris­ti­sche Stu­dium in einer Fremdsprache zu erleichtern, nehmen Sie gleich im 1. Se­mes­ter an Veranstaltungen zur deutschen, ggf. polnischen, juristischen Fachsprache teil.

JuraSeminarFebr_2014_MG_5864 ©Heide Fest / Pressestelle

Aller Anfang ist schwer!

unordered-3192273_640_klein ©www.pixabay.com In den ersten Semestern finden deshalb in das Jura­studium ein­füh­rende Veranstaltungen statt, wie
z.B.

  • Rechtsphilosophie,
  • Einführung in die Rechts­wissen­schaft und
  • Logik im Recht.

Der in Trier ortsfremde A betritt eine Weinkellerei, in der gerade eine Ver­steigerung stattfindet. Er winkt einem lange nicht gesehenen Freund B zu. Das Winken mit der Hand wird vom Auktionator als Abgabe eines höhe­ren Gebotes aufgefasst. Der A erhält daraufhin den Zuschlag. Der Wein­ver­steigerer C verlangt nun von A die Abnahme und Bezahlung des Weines.

Wie ist die Rechtslage?

wein ©www.pixabay.com

Wie die Lösung lautet, werden Sie bereits in Ihrem ersten Fach­se­mes­ter erfahren. Im Rahmen der Vorlesungen und begleitenden Ar­beits­­ge­mein­­schaf­ten werden Sie lernen, wie dieser und viele ähn­li­che Fälle gelöst wer­den können. Die Streitigkeiten auf dem Gebiet des Bür­ger­li­chen Rechts gibt es an beiden Seiten der Oder. Sie werden die Fähig­keit er­wer­ben, die Lösungsvorschläge für die beiden Rechts­sys­teme in beiden Spra­chen zu erarbeiten.

Unerwünschte Frisur

Die heranwachsende Tochter (T) bereitet ihren Eltern Sorgen. Sie be­kommt immer schlechtere Noten in der Schule, kehrt nicht zur vor­ge­ge­be­nen Zeit nach Hause zurück. Sie wurde auch ein paar Mal beim Rauchen und Trinken erwischt. Am 21. März 2018 kommt T wieder zu spät nach Hause. Der verzweifelte Vater (V) schneidet ihr zur Strafe die Haare ab.

Strafbarkeit des V wegen Körperverletzung?


Schwarzfahren

Nach Einkäufen in den Lenné Passagen in Frankfurt (Oder) beschließt die S, mit dem Bus nach Hause zu fahren. Noch vor dem Einsteigen bemerkt sie, dass sie ihr letztes Geld bereits für die Klamotten aus­ge­ge­ben hat. Sie steigt ohne Ticket ein.

woman-410320_640 ©www.pixabay.com

Hat sich S strafbar gemacht? Wie wäre die Strafbarkeit der S zu be­ur­tei­len, wenn sich der Fall in Słubice abspielen würde?

Das Jurastudium ist nicht langweilig und trocken, sondern spannend. Die obigen Strafbarkeitsfragen werden Sie sowohl aufgrund des Straf­ge­setz­buches (StGB) als auch des Kodeks karny (skrót k.k.) prü­fen und beantworten können.

Der Bundestag beschließt auf Antrag der Bundesregierung ein "Gesetz zur Wiedereinführung der Todesstrafe". Dieses sieht vor, dass für Mord (§ 211 Strafgesetzbuch – StGB) zukünftig eine lebenslängliche Frei­heits­strafe oder der Tod je nach Ermessen des Richters vorgesehen sind.

Kritiker argumentieren mit Art. 102 Grundgesetz (GG), welcher lautet: "Die Todesstrafe ist abgeschafft." Die Bundesregierung entgegnet, dass es sich dabei nur um die Information handle, dass die Todesstrafe zur Einführung des Grundgesetzes abgeschafft war und dies jederzeit ge­än­dert werden könnte. Eine Änderung der Verfassung will die Bun­des­re­gie­rung nicht durchführen, das sei zu "aufwendig".

Wie wird das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) in einem abstrakten Normenkontrollverfahren auf Antrag der Landesregierung des Bundes­lan­des Brandenburg entscheiden?

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Sie sehen, dass das juristische Studium ein großes Spektrum an verschiedenen sehr relevanten Aspekten umfasst. Inhalte, die für Sie auf den ersten Blick sehr kompliziert und abstrakt klingen, werden Sie im Rahmen des Studiums systematisch und verständlich vermittelt be­kom­men.
Wenn Sie im Studium bereits etwas fortgeschritten sind und das ab­so­lu­te Basiswissen in allen drei oben genannten Hauptrechtsgebieten so­wohl im deutschen als auch im polnischen Recht erworben haben, wer­den Ihnen Inhalte aus den drei nachfolgend genannten speziellen Rechtsgebieten vermittelt. In diesen Bereichen werden Sie die deutsch-polnische Ebene verlassen und in die internationale Ebene über­ge­hen.   

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Europarecht  - Sog. Cassis-de-Dijon-Entscheidung

Eine Firma wollte aus Dijon (Frankreich) den sogenannten Cassis nach Deutschland importieren. Diesen Johannisbeer-Likör wollte die Firma in ihrem Laden verkaufen. Eine deutsche Behörde verbot jedoch den Ver­kauf der Ware aus Frankreich, da der vermeintliche Likör mit seinem Al­ko­hol­gehalt von 15 bis 20 Vol.-% nicht dem vom deutschen Brannt­wein­monopol­gesetz geforderten Alkoholgehalt von 32 Vol.-% für Liköre ent­sprach.

Die Firma erhob daraufhin Klage und machte unter anderem geltend, dass die deutsche Regelung als eine Maßnahme, die einer mengen­mäßi­gen Einfuhrbeschränkung in der Wirkung gleich stehe, mit der Waren­ver­kehrs­freiheit aus Artikel 34 AEUV (Vertrag über die Ar­beits­weise der Euro­päischen Union) unvereinbar sei. Das mit der Sache be­fass­te Fi­nanz­gericht legte den Rechtsstreit daraufhin dem Euro­päi­schen Ge­richts­hof (EuGH) zur Vorabentscheidung vor.

Wie wird der EuGH entscheiden?

Völkerrecht - Fürstentum Sealand (VG Köln, DVBl. 1978, S. 510)

Auf einer ehemaligen Flakstellung in der Nordsee, die außerhalb jeder Hoheitszone liegt und fest mit dem Meeresgrund verbunden ist, wurde von einem selbst ernannten Monarchen das Fürstentum Sealand aus­ge­rufen.

Auf der Plattform hielten sich ca. 100 Personen auf, die nicht ständig hier wohnten und nur außerhalb des "Fürstentums" einer Beschäftigung nach­gingen.

Handelt es sich um einen Staat?

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Internationales Privatrecht

Der Bulgare V vermietet dem Polen M sein Haus in Deutschland. Den Ver­trag formulieren sie auf Englisch, weil beide die Sprache verstehen. M zahlt die Miete jedoch nicht, weil er meint, das Haus sei in einem ver­dreck­ten Zustand.

Welches Recht ist anwendbar?

  • Deutsches Recht, weil das Haus dort liegt? Bulgarisches Recht, weil der Vermieter bulgarischer Staatsbürger ist?
  • Polnisches Recht, weil der Mieter polnischer Staatsbürger ist?
  • Englisches Recht, weil der Vertrag in der Sprache verfasst wurde?
  • Europäisches Recht, weil der Fall in der EU spielt?

Ist ein Kaufvertrag in Deutschland das Gleiche wie in Polen? Funktioniert der Bundestag genauso wie der Sejm? Ist die polnische lebenslange Frei­heitsstrafe gleichzusetzen mit der deutschen lebenslangen Frei­heits­strafe?

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Innerhalb der vier Jahre werden Ihnen die Inhalte des deutschen und polnischen Rechts in separaten Lehrveranstaltungen vermittelt. Im letzten Studienjahr werden Sie aber abschließend an Veranstaltungen teil­neh­men, in deren Rahmen Sie sich rechtsvergleichend mit dem deutschen und polnischen Recht aus allen drei Hauptrechtsgebieten beschäftigen werden.

Die für den juristischen Alltag unerlässlichen Soft skills trainieren Sie im Laufe des ganzen Studiums. Dies wird dadurch ermöglicht, dass Sie in kleinen Gruppen arbeiten und oft Gelegenheit dazu haben, Ihre Prä­sen­tations­fähigkeiten zu entwickeln. Darüber hinaus nehmen Sie an Ver­an­stal­tungen teil, die Ihre praxisrelevanten Fertigkeiten fördern, wie z.B.

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  • Rhetorik für Jurist/-innen
  • Allgemeine Kommunikationskompetenz
  • Verhandeln und Vermitteln für Jurist/-innen


Im Laufe Ihres Studiums absolvieren Sie auch ein Praktikum.

Dafür kommen Kanzleien, Gerichte und andere Einrichtungen in Deutschland und Polen in Frage.

Sie mögen die Stille und den Geruch von Büchern? Dann werden Sie un­se­re beiden Universitätsbibliotheken an der Viadrina und am Collegium Polonicum lieben!

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Ihre ersten wissenschaftlichen Arbeiten werden Sie über rechts­ver­glei­chen­de Themen im Rahmen von Grundlagenseminaren schrei­ben. Dadurch sind Sie bestens für die Bachelor- und Magisterarbeit vor­be­rei­tet.

Die Bachelorarbeit wird im dritten Studienjahr im Rahmen des Stu­dien­gangs "Bachelor of German and Polish Law" geschrieben.

Ihr Deutsch-Polnisches Jurastudium wird mit der Magisterarbeit kom­plet­tiert, die Sie im Laufe Ihres letzten Studienjahres schreiben wer­den. Die Magisterarbeit gilt zugleich als Ihre Masterarbeit für den Studien­gang "Master of German and Polish Law".

Auf der Grundlage Ihrer herausragenden Leistungen erhalten Sie die Mög­lich­keit, selbst zu publizieren - so wie unsere Studierenden und Ab­sol­vent/-innen es bereits vorgemacht haben.

UB-Studenten9-2013_9490 ©Heide Fest

Studenci "przed sądem"

 

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