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Master-Studiengang Mediation und Konfliktmanagement (M.A./LL.M.)


Ziele

Mediation hat sich in den vergangenen fünfzehn Jahren auch im deutsch­spra­chi­gen Raum etabliert: Der Be­darf nach einer anderen Konfliktkultur in der Gesellschaft auf der einen und nach Entlastung der Justiz auf der anderen Seite eröffnet immer mehr praktische Einsatzfelder für mediative Verfahrens­be­glei­tung. Diese Ent­wicklung wird zum einen durch entsprechende Ge­set­zes­än­de­run­gen und -initiativen auf europäischer, Bun­des- und Landesebene, zum anderen durch zahlreiche öffentlich geförderte Modellprojekte und Initiativen begleitet und vorangetrieben.

Entsprechend wächst das Interesse an Mediation in der Bevölkerung und vor allem innerhalb der Be­rufs­fel­der, die im weitesten Sinne mit Konfliktbearbeitung in Berührung kommen. Angesicht des Befundes, dass das klassische Qua­li­fi­ka­tions­spek­trum vieler Berufe nicht ausreicht, um konstruktiv und kreativ mit Kon­flik­ten und Entscheidungssituationen umgehen zu können, suchen viele Be­rufs­grup­pen nach dem Erwerb spe­zi­fi­scher Kompetenzen zur sinnvollen Er­gän­zung ihrer Herkunftsqualifikationen.

In Ergänzung des wachsenden Angebotes an praktischen Me­dia­tions­aus­bil­dun­gen soll dieser universitäre Studiengang die Möglichkeit wissenschaftlich fun­dier­terAuseinandersetzung mit demVerfahrender Mediation bieten.Der uni­ver­si­tä­re Rahmen bietet die Chance, anspruchsvolle, berufsrelevante Weiter­qua­li­fi­ka­tion mit theoretischer Reflexion auf akademischen Niveau zu verbinden. Nur so können langfristig die Qualität von Mediationspraxis und -ausbildung im deutschsprachigen Raum gesichert, entstandene Stömungen von Mediation systematisiert, sowie Gesetzesinitiativen und gesellschaftlich relevante Modell­pro­jek­te anhand wissenschaftlicher Kriterien untersucht und ausgewertet wer­den.

Das Ausbildungskonzept des Master-Studiengangs Mediation geht dabei nach Umfang und Inhalten über die Anforderungen der nach dem Mediationsgesetz vorgesehenen Ausbildungsverordnung nach derzeitigem Stand der Diskussion deutlich hinaus und ermöglicht es den Studierenden damit voraussichtlich nach Ab­schluss ihres Studiums den Titel "zertifizierter Mediator" zu führen.

Die Konzeption des postgradualen, berufsbegleitenden Master-Studiengangs Mediation an der Europa-Universität Viadrina basiert auf der Überzeugung, dass eine gezielte und nachhaltige Förderung von Me­dia­tionspraxis und -theo­rie die drei eng miteinander verwobenen Ebenen der individuellen Qua­li­fi­ka­tion, des wissenschaftlichen Diskurses und der ge­sell­schafts­po­li­ti­schen Ent­wick­lung berücksichtigen muss.

Auf der Ebene individueller berufspraktischer Qualifikation vermitteln erfahrene Ausbilder am Master-Stu­dien­gang Mediation den einzelnen Teilnehmern Kenntnisse und Fähigkeiten auf dem Gebiet der Mediation. Die durch Übung und fortlaufende theoretische Reflexion erworbenen praktischen Fähigkeiten verhelfen den Absolventen zu einer prozeduralen Kompetenz in komplexen Szenarien, welche es den Teilnehmern er­mög­li­chen soll, unterschiedliche Entscheidungsprozesse - also auch solche jenseits des klassischen Me­dia­tions­ver­fah­rens - konstruktiv zu gestalten und zu begleiten. Diese Kompetenz der professionellen Ge­sprächs­führung und -strukturierung stellt eine für alle Tätigkeitsfelder gleichermaßen wesentliche be­rufs­prak­ti­sche Fähigkeit dar, welche im jeweiligen fachspezifischen Studium nicht oder nicht ausreichend vermittelt wird.

Zusätzlich soll die Ausbildung auf der wissenschaftlichen Ebene den Teil­neh­mern Mediation als Gegenstand eines umfassenden, interdisziplinären wis­sen­schaft­li­che-theoretischen Diskurses nahebringen und dazu anregen und be­fä­hi­gen, selbstkritisch an diesem Diskurs teilzunehmen. Dadurch wird - parallel zu der zen­tra­len Fortbildung und Qualifizierung des individuellen Teilnehmers - ein wesentlicher Beitrag zur aka­de­mi­schen Pro­fi­lie­rung der Materie Mediation im deutschsprachigen Raum geleistet.

Dies führt letztlich auf einer rechts- und gesellschaftspolitischen Ebene zur Hinterfragung und Klärung der Rahmenbedingungen und Kriterien für eine sinnvolle Verortung und Weiterentwicklung von Mediation als einer Ver­fah­rens­form im Spektrum des Konfliktmanagements. Nicht zuletzt sichert dies die un­mittelbare Ein­setz­bar­keit der erworbenen Zusatzqualifikation im Kontext von Gesellschaft und Arbeitsmarkt.